Schneeschuhtour im Kleinwalsertal

15.03.2009

Schneeschuhtour Kleinwalsertal 2009

Am Karnevalssonntag ging es in mehreren Autos in aller Frühe in Richtung Kleinwalsertal los.

Riezlern, Parkplatz Auenhütte mit Ziel Schwarzwasserhütte, war der Startplatz für die diesjährige Schneeschuhtour der Hochtourengruppe. Diesmal dabei waren Hans-Georg (Karl), Rainhard, Christa, Jessica, Martin, Peter, Gerhard, Carsten und Jürgen. Vor und auf der Hinfahrt wurde sich diesmal mehr als sonst, Gedanken um die Wetterlage gemacht. Es schneite immer wieder sehr ergiebig in den Nordalpen insbesondere auch im Vorarlberger Gebiet zu dem der Teil des Landes gehört. Lawinenwarnstufe 3 herrschte schon einige Tage vor.

Am Parkplatz angekommen holte uns Jürgen, der sich schon seit Donnerstag zu einer Weiterbildung auf der Schwarzwasserhütte aufhielt, an der Auenhütte ab. 1,5 Stunden Aufstieg mit Schneeschuhen bei top Schneelage und ständigem leichtem Schneefall folgten zum Eingehen.

Tourenplanung für Montag, stand auf dem Programm, aber erst mal abwarten was der Lawinenlagebericht sagt. Es kam dann auch wieder Stufe 3, allerdings mit Gefährdungslagen in allen Richtungen. Gut, machen wir mal Lawinenkunde. Jürgen konnte dann direkt das, was er in dem Kurs gelernt hatte (Lawinenkunde und Umweltbildung) an der Truppe umsetzen. Erst wurde Theorie gebüffelt und dann ging es raus ins Gelände, eine LVS-Übung stand an. Der ein oder andere der Truppe, der bisher mit den LVS-Geräten noch nichts oder wenig zu tun hatte, war erstaunt wie schwierig es ist jemanden unter der Schneedecke zu orten und auszugraben. So haben wir uns den Tag dann vertrieben denn das Wetter wurde nicht besser, im Gegenteil mehr Wind und noch viel mehr Schnee kam auf.

Dienstag, oh Schreck, der LLB sagte Stufe 4, die zweithöchste Stufe. Was tun? Dann gehen wir einfach mal ins Tal, Richtung Auenhütte, damit wir wenigsten etwas laufen. Gesagt getan, aber nach ca. 1/3 des Weges kommt uns der Hüttenwirt mit der Schneeraupe entgegen. Alles Stopp und zurück. Die Wege im Tal sind alle wegen zu hoher Lawinengefahr, Lawinen die vom Hohen Ifen abgehen könnten, gesperrt. Gut, dann wieder zur Hütte, einen Kaffee trinken und dann machen wir halt nochmals Unterricht. Diesmal durften wir auch die Automatische LVS-Anlage mit Fernsteuerung, die die Schwarzwasserhütte bereithält, benutzen. Da diesmal keiner wusste wo die Teile vergraben sind wurde es noch schwieriger. Auch ein Schneeprofil haben wir an einer Windkante gegraben. Wir kamen dabei auf eine Schneehöhe von über 3 Meter, wobei die pulvrige Neuschneeauflage alleine schon 60 cm betrug.

Dann Mittwoch endlich ein Zwischenhoch, Sonne und blauer Himmel, traumhafter Ausblick schon vom Lager aus. Heut geht etwas. Na ja, der LLB sagt schon wieder Stufe 4 und alle Expositionen sind gefährdet. Trotzdem, wir machen etwas. Ein willkommener Anlass und Ansporn war dann ein Anruf des Wirts der Neuhornbach-Hütte. Von seiner Seite gehen welche los und ob wir sicherheitshalber diese am Falzer Kopf abholen können. Nach dem wir dann sorgfältig den Tourenverlauf geplant haben sind wir los. Gerachtsattel, und dann im großen Bogen durchs Tal Richtung Falzer Kopf und wider hoch. Fast wäre der Bogen im Tal noch zu klein gewesen. Kaum waren wir 15 Minuten durch, ging der ganze Hang vom Kreuzmandl als Lawine ins Tal herunter, direkt an unsere Spur heran, wie wir auf dem Rückweg feststellten.

Die Macht der Natur wurde uns eindrucksvoll und mit großer Macht demonstriert. Allerdings fast unbemerkt und ungewöhnlich leise setzten sich Tonnen von Schnee in Bewegung, die dann in einer großen Schneestaubwolke von einer Rinne gestoppt wurden. Ein sehenswertes Schauspiel, wenn es nicht so gefährlich wäre.

Wir haben dann auch die andere Truppe von der Neuhornbach Hütte getroffen. Die haben es sich dann auch noch einmal überlegt und sind größtenteils umgekehrt weil sie aber auch ungenügend ausgerüstet waren. (4 LVS-Geräte bei 8 Leuten, super!!!)

Am Abend auf der Hütte haben wir noch oft von der Lawine angefangen zu reden. Übrigens, ein großes Lob an die Wirtsleute der Schwarzwasserhütte, super Essen, Portionen die mehr als groß waren und es wurde sich immer toll um die Gäste bemüht. Auch danke für die zur Verfügung Stellung des LVS-Parks und des Unterrichtsraums.

Am Donnerstag dann wieder das gewohnte Bild. Allerdings erst mal leichter Schneefall was sich aber im Laufe des Tages änderte und auch die Sicht wurde immer schlechter. Der LLB sagt Stufe 3. Der Hählekopf oder die Perlingerköpfe waren heute das Ziel. Ersteres wurde aber bei Erreichen des Fußes vom Gipfelgrat verworfen. Zu gefährlich mit Schneeschuhen und bei der Schneelage. Die Truppe hat sich dann getrennt. Peter und Jürgen sind schon abgestiegen und der Rest ist dann noch bis auf die Perlingerköpfe ohne Schwierigkeiten weiter gegangen.

Danach folgte der Abstieg über Schwarzwasserhütte und Parkplatz Auenhütte. Hans-Georg und Martin sind dann auch nach Hause und die anderen Vier sind dann noch zu Buhls Alpe gefahren um erst am Samstag die Heimreise anzutreten.

Eine Tour mit Hindernissen aber dafür lehrreich und trotzdem interessant.

Jürgen Rosenthal

 

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