4:00 Uhr morgens Ende Juli:
Der letzte Wecker klingelt und wir machen uns zum Zug auf. Wir sind zu 11. und wissen bei der Zugfahrt noch nicht, was wir uns erwarten wird. Schon währenddessen bekommen wir die ersten Probleme: am Folgetag ist der Tag des Käsekuchens, und wir haben keinen Käsekuchen dabei! Demnach müssen wir am nächsten Bahnhof noch einen kleinen Zwischenstopp am Supermarkt einlegen. Mittags sind wir dann im Karwendelgebirge angekommen, verteilen noch schnell die Verpflegung und endlich geht’s los. 1000 Höhenmeter liegen vor uns und vielleicht kommt auch noch ein Gewitter auf. Schritt für Schritt und mit Käsekuchen im Rucksack geht’s also Bergauf. Nach vielen Pausen und viel Schweiß kommt endlich die Hütte in Sicht. Wir haben es endlich geschafft und das Abendessen steht auch schon auf dem Tisch. Das war knapp! Für manche von uns ist es das erste Mal auf einer Alpenvereinshütte, sodass wir aufs Lager gehen und unsere Hüttenschlafsäcke ausbreiten bevor wir auf der Terrasse ein paar Runden Werwolf spielen. Am Abend werden wir noch mit einem leckeren Kaiserschmarrn und einem wundervollen Sonnenuntergang belohnt, bevor es dann für uns nach diesem langen Tag ins Bett geht.
Am folgenden Tag sind wir wieder früh aufgestanden, sodass wir auf der Nördlingerhütte nicht nur den Sonnenuntergang, sondern auch den Sonnenaufgang bewundern dürfen. Passend zum Feiertag essen wir noch den Käsekuchen und nach dem Frühstück geht’s endlich wieder los. Unsere Route ist heute spannender als am vergangenen Tag, sodass wir teilweise sogar leichte Kletterstellen bewältigen müssen. Zwischenzeitlich machen wir unsere Erste Mittagspause in den Bergen. Es gibt Siegerländer Schwarzbrot mit Aufstrich, Gurke und vielen Müsliriegeln. Nach weiteren Kletterstellen kommen wir bei der Kuhljochscharte an. Hier teilen wir uns das erste Mal auf. Die motiviertesten von uns besteigen die anliegende Kuhljochspitze, während die anderen die Zeit sinnvoll nutzen und eine Pause machen. Von nun an geht es mit Blick auf die Hütte noch weitere zwei Stunden bergab zum Solsteinhaus. Hier können wir uns das erste Mal richtig frisch machen, bevor wir wieder ein sehr leckeres Abendessen bekommen und es uns in den Lagern gemütlich machen.
Der dritte Tag musste spontan etwas umgeplant werden, da es nachmittags wieder Gewittern sollte. Deswegen sitzen wir morgens um 6 am Frühstückstisch um uns über einen alternativen Weg zur Pfeishütte aufzumachen. Wir machen uns an Ziegen, Schafen und Kühen vorbei und steigen durch die Hitze zur nächsten Hütte auf. Auf der Hütte machen sich ein paar von uns nochmal ohne Gepäck zur Mandlscharte auf. Von dort aus wollen wir eigentlich auf das Gleierschtaler Brandjoch, werden aber auf halben Weg von einem Schauer überrascht und laufen lieber wieder zurück zur Hütte.
Am nächsten Morgen gehen wir an 30 Gämsen vorbei durchs Stempeljoch zum Lafatscher Joch. Um auf allen Hütten des Karwendelhöhenwegs gewesen zu sein, machen wir einen kleinen Abstecher zur Hallerangerhütte. Wieder im Lafatscher Joch angekommen, können wir endlich eine Mittagspause machen. Nach der Stärkung machen wir uns dann auf den Weg zur letzten Hütte. Der Bettelwurfhütte. Die Wolken ziehen etwas zu und geben uns noch die Möglichkeit unsere neuen Regenjacken auf Wasserdichtigkeit zu prüfen. Pudelnass kommen wir an der Bettelwurfhütte an und versuchen erstmal wieder trocken zu werden. Bis wir dann nach einem weiteren leckeren Abendessen und vielen Runden Werwolf auf der Terrasse wieder ins Lager zum Schlafen gehen. Leider war das Notausgangslicht so hell, dass man es angeblich auch noch vom angrenzenden Gipfel hätte sehen können.
Am nächsten morgen um 3 Uhr wollen zwei von uns die Helligkeit überprüfen und steigen die 700hm mit Stirnlampen zum großen Bettelwurf auf. Um 4:20 Uhr können wir bestätigen, dass man das Notausgangslicht wirklich vom Gipfel aus sehen kann. Pünktlich zum Frühstück sind wir wieder alle zusammen und steigen von dort aus nach Hall in Tirol ab. Dort verabschieden wir Mona, die sich auf den Weg nach Innsbruck macht und fahren selbst zurück nach Siegen wo wir mit ein wenig Verspätung um 01:00 Uhr ankommen.
Abschließend kann man nur sagen, dass wir sehr viel Spaß hatten, die Stimmung auch im Regen top gewesen ist und wir sehr viel neues in den Bergen erfahren durften. Was eine tolle Tour, in einem tollen Gebirge, mit wirklich sehr tollen Menschen! Ohne Eltern machen die Berge nochmal auf eine ganz andere Weise Spaß!
(Text: Jonathan Mende)